04.04.2019

„Abheben“ und keine Angst vorm Fliegen

Vertical-Dance-Projekt lässt Jugendliche über sich hinauswachsen

Klettern, hoch oben - zu zweit hin und her laufen und springen - ein Salto an der Wand – all dies und noch viel mehr haben die Jugendlichen aus unseren Wohngruppen Haus Keulenberg und Hof Dallwitz an einem Einstiegswochenende im Februar und in einer Intensivwoche im März ausprobiert.

Bei diesem Projekt nach einer Idee und unter der Leitung der Tanzpädagogin und Choreografin Franziska Kusebauch sind verschiedene Partner dabei. Gefördert wird „Abheben“ im Rahmen von „Chance Tanz“ über das bundesweite Programm „Kultur macht stark!“, das die Jugend- und Kunstschule bewilligt bekam. Zum Team gehört neben Franziska Kusebauch und Erlebnispädagoge Nico Darwich-Müller und Zirkuspädagogin Charlotte Mehling von den Radebeuler Sozialprojekten auch Ronny Horning – ein professioneller Rigger und Stuntman. Der Filmemacher und Medienpädagoge Enrico Damme begleitet das Projekt und erstellt einen Dokumentarfilm dazu.

Trainiert wird entweder in der Yoyo- Kletterhalle in Heidenau oder im „Plauener Bahnhof“ - einem Jugendtreff des VSP der über einen hohen Raum und eine Kletterwand verfügt. Nach einem „Warm Up“ mit Muskeltraining und Dehnung ging es in den Klettergurt und dann an die Wand. Ronny Horning hat uns Seilkonstruktionen aufgebaut, an denen man mit Steigklemme hochklettern oder sich mit einem Flaschenzug gegenseitig hinaufziehen oder ablassen konnte. Nach einem intensiven Training in der Luft haben wir uns beim gemeinsamen Mittagessen entspannt, um zum Abschluss noch einem gemeinsam den Tag zu reflektieren.

Zur pädagogisch-therapeutischen Betreuung in unseren Wohngruppen Haus Keulenberg und Hof Dallwitz gehören im regelmäßigen Wochenablauf wie auch im Rahmen von Sonderaktionen erlebnispädagogische Angebote. Wir arbeiten hier individuell abgestimmt und mit vielfältigen Methoden daran, die gesteckten Ziele der Jugendlichen zu erreichen. Beim aktuellen Projekt war der Prozess bisher erstaunlich: Alle Beteiligten haben gelernt, sich aufeinander zu verlassen, wenn einer sichert und der andere klettert. Die Wand wurde immer mehr zum Boden, so dass die Teilnehmer_innen in den letzten Tagen experimentieren konnten, was alles in der Luft möglich ist. Höhenangst wurde überwunden und es ist eine starke Gruppe zusammen gewachsen.

Mitte April wird es eine letzte Intensivwoche geben, die in einer Show mündet. Ergebnis wird auch der Film über das Projekt sein, mit dem die Jugendlichen die Zeit in der Luft auch bildlich erinnern können. Wir sind gespannt, wie es weiter geht und wünschen allen Beteiligten weiterhin gutes Gelingen, viel Kraft und immer einen guten Mut!