Stationäre Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

In unserem Haus in der Dresdner Neustadt bieten wir stationäre pädagogische Betreuung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an. Die Klient_innen werden an die gesellschaftlichen Strukturen in Deutschland herangeführt, lernen Kultur und Lebensweise kennen und eignen sich dafür notwendige alltagspraktische Dinge an. Auf die jeweilige religiöse Ausrichtung wird Rücksicht genommen.

Wir ermöglichen die Einführung in Sprach- und Bildungsförderung, geben Hilfestellung bei der Orientierung und der Kommunikation im Stadtgebiet und kümmern uns in Absprachen mit Ärzt_innen um die Gesundheitsfürsorge für die Klient_innen. Außerdem begleiten und unterstützen wir die Jugendlichen während ihres Asylverfahrens. Dabei arbeiten wir u.a. eng mit den Vormündern, Dolmetscher_innen und der Ausländerbehörde zusammen. Weitere wichtige Netzwerk- und Kooperationspartner_innen sind außerdem: Ausländer- und Flüchtlingsrat, Jugendmigrationsdienst und Jobladen der AWO sowie dem Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) und der Fach AG junge Migrant_innen, in welcher wir ständiges Mitglied sind.

Zielgruppe: minderjährige Geflüchtete unter 18 Jahren, welche ohne Begleitung der Personensorge- oder Erziehungsberechtigten in das Bundesgebiet eingereist sind und deshalb Anspruch auf Hilfen zur Erziehung nach SGB VIII haben.

Ziel: Integration in die Aufnahmegesellschaft und Führen eines selbstbestimmten Lebens in Deutschland.

Inhalte und Kompetenzen u.a.:

  • Erlernen der deutschen Sprache in Wort und Schrift, Integration in Bildungsprozesse und Gestaltung der zukünftigen Lebensperspektiven: Vermittlung in pädagogisch angemessene Schulformen, intensiver Austausch mit den Lehrkräften zu individuellen Bildungsperspektiven, Kooperation mit der Sächsischen Bildungsagentur, tägliches Angebot einer WG-internen Hausaufgabenhilfe, Vermittlung von Bildungs- und Freizeitpat_innen, Besuch von Ausbildungs- und Jobmessen, Vermittlung von förderlichen Praktikastellen
  •  Kunsttherapeutische Angebote in der WG nach wechselnden individuellen Schwerpunkten
  • Umgang mit den zur Verfügung stehenden Finanzen
  • Gestaltung einer sinnvollen und altersgemäßen Alltagsstruktur, wiederkehrende intensive sozialpädagogische Diagnostik im Hilfeverlauf
  • Hilfe zur Persönlichkeitsentwicklung vor dem Hintergrund des Spannungsverhältnisses zwischen Rechten und Pflichten in der Herkunfts- und Aufnahmekultur
  • selbständige Haushaltführung und Vorbereitung auf Verselbständigungswohnen (z.B. im trägereigenen Wohnraum zum betreuten Einzelwohnen)
  • Erlernen und Ausübung bürgerlicher, demokratischer Grundrechte und Pflichten
  • Teilnahme an Freizeitangeboten und kulturellen Veranstaltungen
  • Interkulturelle Kompetenz im Betreuer_innenteam, kultursensibler Austausch im Alltag
  • Traumasensibilität, firmeninterne Weiterbildungen zum Thema Trauma und dem pädagogischen Umgang damit; Zusammenarbeit mit Psychotherapeut_innen und der Traumaambulanz Dresden
  • Konzept zum Krisenmanagement/ Krisenintervention

Weitere Angebote:

  • Projektarbeit und Bildungsveranstaltungen u.a. zu den Themen: geschlechtssensible Pädagogik, Medienkonsum und Persönlichkeitsschutz, Sexualerziehung und Aufklärung (in Kooperation mit der Aidshilfe Dresden), Suchtprävention (in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Soja“ der Diakonie)
  • Organisation von Freizeit- und Ferienveranstaltungen/ -fahrten
  • Netzwerk- und Stadtteilarbeit, u.a. mit: AZ-Conni, Montagscafé, Café International, Bürgerbühne Dresden
  • Beteiligungs- und Beschwerdemanagement

Kapazität: vollstationäre Wohngruppe mit 9 Plätzen (m/w)

Kontakt:
WG für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
Telefon: 0351 / 810 85 96
Telefax: 0351 / 810 86 59
E-Mail: umf-wg@rasop.de