Resilienzdiagnostik

Kinder aus suchtbelasteten Familien haben ein erhöhtes Risiko, später selbst eine Abhängigkeitserkrankung und/oder weitere psychischen Störungen zu entwickeln.

Durch die Suchterkrankung kommt es bei den Kindern vielfach zu

  • unsicherer Bindung
  • Unberechenbarkeit des elterlichen Verhaltens
  • destruktiver Parentifizierung (nicht angemessene Rollenumkehr zwischen Eltern und ihrem Kind)
  • Belastungen durch das Suchtgeheimnis
  • Störung des emotionalen Erlebens

Gut ein Drittel dieser Mädchen und Jungen würden Studien zufolge selbst suchtkrank, sagte am 17.03.2016 der Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS), Wolfgang Schmidt-Rosengarten, der Deutschen Presse-Agentur dpa: “Ein Drittel entwickelt psychische oder soziale Störungen. Das dritte Drittel kommt – scheinbar – ohne sichtbare Schädigungen davon.” Doch viele der Betroffenen kämpften mit Depressionen, Ängsten, psychosomatischen Störungen und Abhängigkeiten. Zudem hätten Kinder suchtkranker Eltern eine starke Neigung, sich einen süchtigen Partner zu suchen.

Daher gilt in unserer sozialpädagogischen Arbeit mit suchtbelasteten Familiensystemen den Kindern dieser Familien besondere Aufmerksamkeit.

Für Kinder ab ca. 6 Jahren bieten wir eine Resilienzdiagnostik an. Diese erfolgt nach einem für die Pädagogisch–therapeutische Tagesgruppe zur Resilienzentwicklung für Kinder aus suchtgefährdeten Familien entwickelten Resilienz-Feststellungsverfahren. Dazu gehören ein Beobachtungsbogen, eine Fragebogenerhebung und eine Systembrettdiagnostik. Bei dem Resilienz-Feststellungsverfahren werden allgemeine und spezifische Resilienzfaktoren von Kindern aus suchtbelasteten Familien untersucht und bewertet. Auch die kindliche Wahrnehmung von Belastung in der Familie wird hieraus ersichtlich sowie ein möglicher individueller Förderbedarf. Darüber hinaus ergeben sich Hinweise für die Elternarbeit, um in der Erziehung den Bedürfnissen der Kinder zunehmend gerechter zu werden.

Wie funktioniert die Resilienzdiagnostik?
Bei der Resilienzdiagnostik handelt es sich um eine Methode, die den individuellen Hilfebedarf von Kindern im Rahmen einer Familienhilfe ermittelt. 6 Termine finden mit unserer Psychologin und teilweise auch unter Teilnahme der Bezugsbetreuer_in der Familie / teilweise nur mit dem Kind statt, an denen die Diagnostik und deren Auswertung durchgeführt werden.

Zielgruppe
Kinder von 6-12 Jahren

Ziele – oder: Was kann mit der Resilienzdiagnostik erreicht werden?

  • Überblick über stärkende und stabilisierende Elemente im Umfeld der Familie
  • Kenntnisse zu Stärken und Potential sowie möglichem Hilfebedarf der ganzen Familie
  • Wissen zu persönlichen Stärken und zum Potential des Kindes
  • Informationen zum eventuellen individuellen Förderbedarf des Kindes
  • Gemeinsame Reflexion und Auswertung mit Betreuern und Familie (Im Auswertungsgespräch bekommen die Eltern einen Bericht, der die Ergebnisse der Resilienzdiagnostik und weitere Empfehlungen beinhaltet)

Inhalte / Methoden

Die Resilienzdiagnostik hat die Form eines dialogisch halbstandardisierten Interviews. Unter anderem beinhaltet die Resilienzdiagnostik u.a. Methoden wie

  • Interview / Frage – Antwort
  • Beobachtungsbogen für Eltern und Betreuer
  • Systembrett
  • Gespräch

Dauer:
5-6 Termine

Weitere Informationen:
Geschäftsstelle
Telefon: 0351 / 831 49 43
Telefax: 0351 / 831 49 44
E-Mail: info@rasop.de